Ignore-Fetisch: So geht erotisches Ignorieren (+Spielideen dafür)

Die Herrin gibt einen knappen Befehl, der Sklave gehorcht wortlos und beginnt mit seiner Aufgabe. Es vergehen Stunden, in denen sie ihn keines Blickes würdigt, bis ein weiteres Wort fällt. Was für eine großartige Session?


Ignoriert zu werden ist entweder unangenehm oder willkommen

Ignoriert zu werden ist ärgerlich, wenn wir gehört werden wollen. Das kann im Berufsleben passieren oder im Privatleben. Vielleicht übergeht unser Vorgesetzter uns bei einer absolut verdienten Beförderung oder unser Partner missachtet, dass auch wir eine Meinung bei der Wahl des nächsten Urlaubsortes haben.

Haben wir hingegen etwas verbrochen, ist ignoriert – oder übersehen – werden hingegen eine ganz angenehme Sache. Hier mag sich der eine oder andere an die Schulzeit erinnern: Glücklich, wer bei der Hausaufgabenkontrolle ignoriert wurde, wenn er sie vergessen hatte.

Für einige Menschen ist während einer BDSM-Session ignoriert zu werden ein unglaublich erotisches Gefühl. Wir haben uns gefragt, weshalb.

Lala Idrisse ordnet ein: Ignore-Fetisch

Der Ignore-Fetisch erklärt sich beinahe von selbst, wobei es sich bei ihm eigentlich nicht um einen Fetisch handeln sollte, sondern vielmehr von einer Vorliebe. Der Begriff hat in der Szene allerdings schon zu starke Flügel bekommen, weshalb ich ihn ebenfalls so nennen werde. Meine Definition ist etwas lang und sperrig, aber ich glaube, sie ergibt Sinn:

Der „Fetisch“ besteht im Wesentlichen darin, sexuelle Erregung aus dem Wissen zu ziehen, dass sich jemand bewusst ist, Aufmerksamkeit schenken zu können, aber sich entscheidet, dies nicht zu tun.

Wie bei allen Vorlieben gibt es verschiedene Grade davon – im Grunde lebt jede Einzelperson sie auf ihre individuelle Weise. Viele Menschen genießen eine geringe Interaktion während einer BDSM-Session: „Du bist da, aber meiner Aufmerksamkeit nicht würdig.“ Die einzige Form der Anerkennung erfolgt entweder durch sarkastische Diskussion oder durch Demütigung.

Spielideen, um den Ignore-Fetisch in eure Sessions oder den Alltag einzubauen

Bevor wir in eine Reihe kleiner Ideen einsteigen, möchten wir das eigentlich offensichtliche festhalten: Natürlich sollten alle diese Ideen stets einvernehmlich „gespielt“ werden und auch von der/dem Sub erwünscht sein, sonst ist es einfach nur Vernachlässigung und Missbrauch von Seiten der/des Dom/Domme.

7 Ideen für Ignore-Sessions und deren Anbahnung

  • Man lässt die Nachrichten des Subs auf „Gelesen“ stehen
  • Das Telefon klingeln lassen oder wahllos mitten im Gespräch auflegen
  • Bei Videochats/Skypecalls einfach das Fenster minimieren und mit dem weitermachen, was man gerade tut
  • Sub fesseln und danach seinem Alltag weiter nachgehen
  • Die Ignoranz aufrechterhalten, bis der Sub etwas tut, das Strafe verdient
  • Keinen Augenkontakt aufnehmen
  • Den Sub mit irritierten Fragen erniedrigen, die aufzeigen, wie beiläufig die Herrin ihn wahrnimmt: „Hatte ich das nicht gesagt? Ach, egal.“

Es gibt noch viele andere Beispiele, aber die Hauptidee ist, den Sub zu ignorieren und deutlich zu machen, dass es Absicht geschieht.

Die sanftere Variante: Belohnung für Dinge, die Aufmerksamkeit verdienen

Die „Belohnung“ für den Sklaven mit Ignore-Fetish ist die Aufmerksamkeit der Herrin. Wer sich, wie wir es immer gerne tun, am gentle femdom orientiert, kann diese Vorliebe spielend leicht in Sessions oder den Alltag einbauen. Dafür wird der sprichwörtliche Spieß schlicht und einfach umgedreht: Der Sklave wird ignoriert, bis er etwas tut, das ein Lob verdient. Die Strafe besteht in weiterer Ignoranz, bzw. deren Verschärfung.


Wir hoffen, euch hat dieser kleine Artikel mit Expertinnen-Einlage gefallen.